18.10.2009

Cameron Highlands

Hier oben, auf ca. 1300 Meter ueber Meer, ist es einfach wunderbar. Wir haben endlich mal wieder ein schoenes Hotelzimmer, angenehme Temperaturen und das Essen ist auch super. Hier schlagen wir kurzerhand fuer ein paar Tage unser Lager auf und geniessen das kuehle Wetter und das suesse Nichtstun. Ein Tag spaeter ist uns aber schon langweilig. Also schnueren wir unsere Turnschuhe und machen uns auf einen 6stuendigen Dschungel-Marsch. Auf der Karte steht. "sehr steil" - mal schauen, was das in Malaysia bedeutet. Es bedeutet, dass wir stundenlang, fast senkrecht ueber Wurzeln und Felsen, durch Farne, Graeser und jenstes Gestruepp, Richtung Gipfel klettern. Das einzig Gute an der ganzen Anstrenung ist, dass wir ganz vergessen, was fuer Schlangen, Skorpione, Spinnen und anderes Geviech sich hier im Unterholz versteckt. Wir schwitzen zwar wie die Bloeden, aber es ist ein unvergessliches Abenteuer (wenigstens fuer mich, Katja fand's nicht so berauschend ;-) ), hier durch den Dschungel zu klettern. Tags darauf besichtigen wir eine Teeplantage und eine Erdbeerfarm, fuer die, die Cameron Highlands so beruehmt sind. Trinken Tee und Erdbeershake und lassen die wunderschoenen, gruenen, mit Teestraeuchern bewachsenen Huegel auf uns einwirken. Nach einigen Tagen angenehmen Temperaturen sind wir jedoch wieder bereit fuer die Hitze am Strand. Zuerst eine atemberaubende Fahrt mit einem schlitzaeugigen Schumi die Berge runter, dann mit dem Dschungelzug weiter Richtung Kueste. Auf dem Bahnsteig werden wir begafft wie die Affen im Zoo. Touristen sind hier naemlich eine Seltenheit. Verstohlen tuscheln die Leute miteinander und beaeugen uns von oben bis unten. Teilweise freundlich, neugierig, teilweise eher ablehnend. Wir behalten aber unser strahlendstes Laecheln und gruessen kopfnickend. Unser Laecheln wird von restlos allen freundlich erwidert, so dass wir uns hier ueberhaupt nicht unwohl fuehlen. Die Zugfahrt ist einmalig. Die Wagen sind so verlottert, dass sie eigentlich nicht mehr auf die Schienen gehoeren. Die Fenster haengen nach innen, die Sitze kann man gar nicht mehr senkrecht stellen und die Luecken zwischen zwei Wagen sind so gross, dass man im Wild West-Stil vom einen zum anderen springen muss. Dauernd schrammen draussen Aeste und Palmblaetter den Wagen entlag. Die Gleise werden richtiggehend vom Urwald wieder zurueck erobert. Und wir fahren mit unserem Zug mitten durch. Ab und zu halten wir bei einer Huette, die aus 4 Pfosten und einem Blechdach besteht, was hier einer Haltestelle oder einem Bahnhof entspricht. Man sieht schwer beladene, bucklige Marktfrauen, die ihre riesigen Buendel mit Waren hastig in oder aus dem Zug laden. Denn nach ein paar Sekunden und einem kurzen Pfiff gehts schon wieder weiter. Als es langsam einnachtet, bleibts im Zug auch dunkel. Nichts mit Licht - gibts hier nicht! Also liegen wir mit der Stirnlampe als Lichtquelle auf dem Kopf in unseren Sitzen und hoffen, unsere Station nicht zu verpassen. Mit gut eineinhalb Stunden Verspaetung koennen wir dann endlich das Stationsschild von Wakaf Bharu im Licht unserer Stirnlampen erkennen. Nichts wie raus hier. Und schon ist der Zug wieder am losfahren. Zum Glueck steht am Bahnhof noch ein dankbarer Taxifahrer, der auf ein paar verlorene Touris wie uns spekuliert hat. Er bringt uns in einer kurzen Fahrt zum naechstgroesseren Kaff, wo wir ein absolut schaeussliches Essen bekommen, dass wir mit einem noch schaeusslicheren, alkoholfreien Bier (so laeufts bei den Moslems!), runterspuelen. Wir steigen gegen Mitternacht in einer traurigen Absteige ab, um doch noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Aber was solls, morgen liegen wir schon am Strand...

Fotos: siehe unter Blog "Perhentian Kecil"