Camping Suizo, Mendoza. Der Name haelt was er verspricht. Saubere Toiletten, super Stellplaetze mit Strohdach, Swimmingpool, und das Allerbeste... jeden Abend 2 Filme im Openair-Kino, SUPER! Doch auch hier wird uns nach ein paar Tagen langweilig und wir kriegen das Reissen. Wir werden herzzerreissend von unseren Campingnachbarn Hector (ca.70 Jahre) und Giovanna (ca.60 Jahre) verabschiedet. Er erklaert uns gestenreich, so dass sogar ich als Spanischanfaenger drauskomme, wo dass es lindo (schoen), lindissimo (noch schoener) ist, und wo wir die ojos (Augen) weit offen halten muessen, weil es so viel Gesindel hat. Voller Elan schlaengeln wir uns durch den Mittagsverkehr von Mendoza. Katja dirigiert: Da vorne rechts, 3 Blocks geradeaus, dann enge Linkskurve, 2. Gang, locker beschleunigen... wie ein richtiger Co-Pilot eben. Ich will ihr gerade sagen, wie gut wir beim Autofahren schon eingespielt sind, als es passiert. Eine riesen Bodenwelle taucht aus dem Nichts vor uns auf, ich kann nicht mal mehr abbremsen, also voll drueber. Absprung perfekt, Flugphase laesst gutes Hoffen, doch bei der Landung knallts uns auf den Beton wie eine abgeschossene Ente. Das Geraeusch des brechenden Metalls geht uns durch Mark und Bein. Shit, jetzt ists passiert! Wir halten am Strassenrand an und ein Blick unters Auto bestaetigts. Irgend so ein Federungs-Lenkungsteil ist gebrochen. Zum Glueck hats in der Naehe eine Garage, erklaert uns der herbeigeeilte Polizist. Mit eingeschaltetem Warnblicker schleichen wir als fahrende Schickane durch Mendoza, auf der Suche nach der Werkstatt. Aber irgendwie ist die Beschreibung des Polizisten und dass was wir hier sehen nicht dasselbe. Ghetto, Schmutz, Armut... und hier soll eine Werkstatt sein? Da strahlt es uns an - riesengross, in gelber Farbe. JESUS, Stossdaempfer und Federungen. Nichts wie hin, bei dem Namen kann ja nichts schiefgehen. Ein kurzer Blick unters Auto, ein Telefonat und 10 Min. spaeter ist der Toeffkurier mit dem Ersatzteil in der Bude. Nur, dass sich das Original und das Teil hier ungefaehr gleichen wie ein Apfel und eine Birne. Aber frei nach dem Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht. Wird gehaemmert und geschweisst, geschwitzt und geflucht. Nachdem 2 Std. vergangen sind, und so ziemlich jeder der hier in der Umgebung wohnt vorgeigekommen ist, um unters Auto zu schauen, heissts ploetzlich: "fertig". Fuer 20 Fraenkli haben sie uns schnell was hingebastelt was bis jetzt schon 1200 km gehalten hat. Bei der Verabschiedung wuenschen sie uns eine gute Heimreise nach Brasilien. Sorry, wieso wisst ihr, dass wir nach Brasilien wollen? Eh, weil ihr Brasilianer seid, dass haben wir an der Sprache erkannt, sagen sie ganz stolz. Ok, jetzt wisst ihr alle wie braun wir schon sind ;-) Wir probieren ihnen Suiza zu erklaeren, aber es hat keinen Sinn. Fuer sie sind wir einfach Brasilianer. Eh, dann halt. Vielen Dank fuer die Arbeit und Tschuess. Weiter gehts Richtung Nordosten, Richtung Dschungel. An diesem Tag werden wir "Sage und Schreibe" noch 6 Mal von der Polizei kontrolliert! Das erste Mal ist noch easy, lockeres Geplaudere und als ich dem Polizisten erklaere, dass ich meine Frau bestimmt nicht mit dem Auto fahren lasse, findet der mich soo cool, dass wir gleich weiterfahren koennen. Die anderen Male wirds immer wie schlimmer und bei der letzten Kontrolle gehts voll ab. Polizeigrenadiere mit Vollbewaffnung und finsterer Miene nehmen uns auseinander. Pass, Fahrzeugausweis, Fuehrerschein, sogar die Versicherung von Rusty wollen sie sehen. Und dann durchstoebern sie noch unser Schlafzimmer hintendrin. Das passt Katja gar nicht! Mir wird nur einmal einbisschen anders, naemlich als uns 3 komische Gestalten mit Polizeiuniform auf irgend einer Schotterpiste, weitab von jeglicher Zivilisation rauswinken. Das staendige Klopfen in die Hand mit dem Schlagstock soll uns wohl einschuechtern?! Wir geben ihnen brav die Kopien, die wir von Pass und allem gemacht haben. Merkt keine Sau hier. Sie machen sich einbisschen wichtig... als ob sie drauskaemen, und geben uns dann alles zueruck, auch das haben wir ueberstanden. Nichts mit Horrorgeschichten ueber die korrupte Polizei in Suedamerika... oder sehen wir bereits so schlimm aus, dass sie denken: Bei denen gibts eh nichts zu holen?