Der Wind der Wind, das himmlische Kind. Hier ist er aber die Hoelle! Draussen das schoenste Wetter, aber du kannst nichts machen, der Wind ist ueberall. Es hat uns sogar die Schuhe vor dem Bus weggeblasen. Wir wurden in unserem Haus auf 4 Raedern so durchgeschuettelt, dass wir am Morgen fast seekrank waren. Und das geht nun schon seit fast 6 Tagen so. Wir mussten einem Toeffahrer, den es umgehauen hat, helfen sein Motorrad aufzustellen. Ihr glaubt es nicht, aber wir haben es zu zweit gegen den Wind nicht geschafft, sein Bike aufzustellen. Als Katja ausgestiegen ist um den Bus vor uns in den Wind zu stellen, hat es sie fast von den Beinen gehauen. Haben so etwas noch nie erlebt! Waehrend der Fahrt ueber die Schotterpiste, muss man nicht nur auf die Strasse achten, sondern auch noch auf die Winde, die von ueberall herzukommen scheinen. Spaeter hats uns dann auch noch den Motor ueberhitzt und wir mussten am Strassenrand eine kleine Pause einlegen. Tja, hab ich mir gedacht, dann kann "Mann" das Experiment mit dem Wind und dem pinkeln probieren, Katja hat sich ja nicht getraut. Ok, Tuere auf, da reisst mir der Wind mit unglaublicher Kraft die Tuere aus der Hand. Und siehe da, schon haben wir eine Fluegeltuere wie die schicken Sportflitzer in den Automagazinen. Nur das unsere Tuere nicht nach oben, sondern um 180 Grad nach vorne aufgeht. Nach ein paar nicht druckbaren Saetzen, probieren wir die Tuere zu schliessen, keine Chance alles verzogen. Also holen wir ein Spannset raus und murksen die Sache mit aller Gewalt zu... Auch hier: "Danke McGyver". Dass uns das nette Fraeulein, welches uns mit ihrem Daewoo ueberholt so freundlich zuwinkt und sooo niedlich laechelt, hebt meine Stimmung auch nicht wirklich. Alles zugezurrt gehts endlich weiter, um ne Kruve rum, den Berg runter. "Schau mal dort unten das Auto, das da auf dem Dach liegt, ist sicher schon lange hier, so wie das aussieht". Als wir naeher kommen und die Schleuderspuren im Schotter sehen, ahnen wir aber schon das Schlimmste. "Verdammt, da klettern zwei Personen unter dem Wrack hervor". Das Maedel von vorhin und ihr Freund, der Wind hat sie einfach von der Strasse geblasen. Sie rennt uns direkt vors Auto und stammelt total unter Schock immer nur: "My friend, i could kill my friend, i'm so sorry". Wie durch ein Wunder nach diesem Crash, sind beide nur leicht verletzt und haben bloss ein paar Schuerfwunden an Armen und Haenden. Katja kuemmert sich liebevoll um das Maedchen, verarztet und beruhigt sie, waehrend ich mit ihrem Freund das Wrack zurueck auf die Raeder hiefe, damit wir ihr Gepaeck ausladen koennen. Alles umgepackt fahren wir ins naechste Kaff, 220 km Schotterpiste, natuerlich kein Empfang mit dem Natel und v.max.40 km/h machen uns allen extrem zu schaffen. Komischerweise schlafen aber beide schon nach kurzer Zeit auf dem Beifahrersitz ein. War wohl der Schock??? Sie ist Argentinierin und deshalb geht alles mit Polizei etc. ein bisschen einfacher. Sind echt zwei nette Chicos, schade dass wir sie unter solchen Umstaenden kennenlernen mussten. P.S. Fuer alle dies noch interessiert: Das Experiment mit dem Wind ging im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose...