19.02.2009

Patagoniens Nationalparks

Fertig gejammert, the show must go on.
Der Motor laeuft und wir fetzen vollgas wieder 600 km zurueck, um diesmal bei der grossen Kreuzung anders abzubiegen. Nein, wir haben uns nicht verfahren, ist einfach nur der einzig vernuenftige Weg um weiterzukommen. Und wieder gehts ueber die Grenze. Diesmal ists ein kleiner Uebergang im Niemandsland, zwischen Argentinien und Chile. Dass die Zoellner gerade in ihrem Buero am Pingpong spielen sind und Best-of-Italo-Disco hoeren, stoert uns weniger, als wir es amuesant finden. Als sie uns lachen sehen, gehts ruckzuck und schon ist der Papierkram erledigt. Noch ein paar freundliche Worte und sie koennen weiterspielen. Sorry fuer die Stoerung Jungs. Ab gehts in den beruehmten "Torres del Paine" Nationalpark. Wieder mal muessen wir erkennen, dass die 2 cm lange gruene Linie auf der Karte in Wirklichkeit einem Hoellenritt ueber Schotter von 110 km entsprechen. Zu allem Uebel kriegen wir noch nen Stein in die Frontscheibe. Ein uebereifriger Senna-Verschnitt hat uns wie ein Irrer gekreuzt und uns einen Brocken vorne reingeknallt. "Puta de ..." Ist zum Glueck nur ein kleiner Riss, den wir fachmaennisch mit Industrieklebeband abgedichtet haben. Das jahrelange McGyver schauen hat sich nun ausgezahlt. Als wir endlich im Park ankommen, stockt uns der Atem. Was fuer ein Panorama! Die Torres sind wirklich atemberaubend. Wir sind extra morgens um 5.30 aufgestanden, um nach einem stuendigen Aufstieg, den Sonnenaufgang ueber den Bergen zu beobachten. Der Sonnenaufgang war auch da, nur waren die Wolken davor ein bisschen groesser. Pech gehabt. Am naechsten Morgen konnten wir aber bequem aus dem Campingstuhl den wunderbaren Sonnenaufgang fotografieren. Wozu machen sich all die Wanderer ueberhaupt die ganze Muehe, wenns doch sooo easy geht? Nach 2 Tagen giengs dann weiter zum Perito Moreno Gletscher. Auch hier koennen wir nur sagen: "Schaut euch die Fotos an" ... und in echt ist es noch 1000 Mal spektakulaerer.
Fuer die Streber unter euch: Dieser Gletscher ist einer der wenigen weltweit, der noch am wachsen ist - und zwar sagenhafte 1-2 cm pro Stunde! Die Gletscherzunge ist 60 - 100 m hoch und 4 km breit. Man hoert dauernd wie das Eis knirscht und bricht. Mit ein bisschen Glueck, sieht man wie sich Eisbrocken aus dem Gletscher loesen und unter maechtigem Getoese in den Lago Argentino fallen, ein wirklich eindruckvolles Erlebnis.
Nach einer Nacht im Hotel, war ja schliesslich Katjas Geburi und wir habens uns deshalb ein bisschen gut gehen lassen, (merci nochmal fuer all die Glueckwuensche) fuhren wir nach El Chalten zum beruehmten Cerro Fitzroy. Doch leider war das Wetter dort so mies und die Prognosen fuer die naechsten Tage so schlecht, dass wir uns mit dem betrachten der Fotos in einem Cafe begnuegten. Nach nem Kafi, fuhren wir ohne den beruehmten (den-muesst-ihr-unbedingt-sehen) zu bestaunen, einfach weiter. Eh, Berge gibts ja in der Schweiz eigentlich genuegend.

Torres del Paine und Gletscher Perito Moreno