04.04.2009

Zu den Foz do Iguaçu II

Nach 2 abenteuerlichen Tagen in den Suempfen gehts weiter. 120 km Sandpiste. Doch diesmal hoert der Fahrer nicht auf den Copiloten der immer ¨langsam¨ rueberschreit. Volle Kanne gehts durch den tiefen Sand. Unser Rusty fliegt ueber die Piste wie ein Sandfloh. Wer bremst verliert! Nein, aber hier steckenzubleiben und bei 43 Grad das Auto auszubuddeln ist nicht das, was wir uns unter Ferien vorstellen. Vorallem ist es einfach nur geil, Vollgas ueber die Sandpiste zu brettern. Jungs, ihr versteht was ich meine, oh yeah! Naechster Halt: Die Jesuitenmissionen von San Ignacio Miní, wo die spanischen Priester im 16. und 17. Jahrhundert versuchten die Guarani-Indianer zu ¨bekehren¨. Heute sind nur noch ein paar Steinhaufen uebrig, die im Reisefuehrer um einiges spektakulaerer aussehen als wenn man vorne dran steht. Ihr koennt euch das etwa so vorstellen: Steinhaufen mit einem Schild ¨Wohnhaus¨, anderer Steinhaufen mit einem Schild ¨Kirche¨, weiterer Steinhaufen mit einem Schild ¨Knast¨. Im Endeffekt ist es ein beschrifteter Steinbruch. Dafuer haben wir das Glueck, dass wir ueber eine befreundete Hostelbesitzerin den Guarani-Haeuptling dieser Region kennenlernen. Er erzaehlt uns viel ueber ihr Leben, die Tierwelt und ihre Traditionen. Als er uns dann erklaert, dass das Zwitschern des Vogels welches wir gerade hoeren eine bevorstehende Schwangerschaft ankuendigt, muessen wir schmunzeln. Ihm dann aber in gebrochenem Spanisch die Verhuetungsmethoden des 20. Jahrhunderts zu erklaeren, scheint uns dann doch zu anstrengend, also laecheln wir und lassens bleiben. Am Abend campieren wir auf einem verloternden, oeffentlichen Campingplatz am Strassenrand. Ploetzlich taucht aus dem Dunkeln eine Familie mit 4 verdreckten Kindern auf. Schuechtern fragen sie uns, ob wir ihnen ein Feuerzeug ausleihen koennen. www.hasler-gerueste.ch sei dank, koennen wir auch hier aushelfen. Als wir ihnen erklaeren sie koennen den Feuermacher behalten, schauen sie uns unglaeubig mit weit aufgerissenen Augen an. Die arme Familie hat sich auf dem verlassenen Campingplatz niedergelassen und wohnt in diesen Ruinen. Lange ueberlegen wir, wie wir am besten helfen koennen, und beschliessen dann, ihnen am naechsten Morgen, all unsere Lebensmittel rueberzubringen. Weil wir sie nicht ueber die Grenze nach Brasilien nehmen koennen, erklaeren wir ihnen, um nicht das Gefuehl von Mitleid zu erwecken. Mit dem Wissen, was Gutes getan zu haben, verlassen wir zufrieden ¨ihren¨ Campingplatz.

San Ignacio Miní