Abends um acht landen wir im hellerlaeuchteten Singapur. Kein Hotel, kein Geld, keinen Plan... doch sofort merken wir, dass wir in Asien sind. An jeder Ecke Geldautomaten, die jeden beliebigen Betrag anstandslos ausspucken. Die kabellose Internetverbindung, die wir in Neuseeland so teuer kaufen mussten, ist hier ueberall gratis. Kaum haben wir den Typen von der Hotelvermittlung angeschaut, hat er uns schon ein Doppelzimmer gebucht, bevor wir ueberhaupt ein Wort gesagt haben. Beim naechsten Atemzug sitzen wir schon im Shuttlebus zum Hotel. Hola, hier gehts aber echt zackig, so einfach kann reisen sein! Dass unser Hotel in "Little India" liegt, interessiert uns noch nicht gross, wir bestaunen erst mal mit weit aufgerissenen Augen die bunt belaeuchtete, total saubere Stadt. Kein Wunder, ist es so sauber. Hier gibts Bussen fuer fast alles, vom Kaugummi kauen bis zum unanstaendigen Sprechen, vom oeffentlich essen und trinken bis zum auf den Boden spucken. Und die Bussen habens echt in sich, bis zu 4000.- CHF werden fuer groebere Delikte faellig! Als wir uns dem Hotel naehern, kommt es uns von einem Meter auf den anderen vor, als wuerden wir in eine andere Welt eintauchen. Die Strasse ist belagert von tausenden von Menschen, alles Inder. Aber komischerweise ist keine einzige Frau zu sehen. Wir sind froh, dass wir uns nicht auf eigene Faust zum Hotel aufgemacht haben. Durch diese komischen Schleicher zu gehen, mit all unserem Gepaeck, waere sicher nicht das Angenehmste. Also druecken wir unsere Nase an der Scheibe platt und ziehen uns eine gehoerige Portion Little India rein. Es ist krass wie viele Kulturen hier auf engstem Raum aufeinander leben. Von Little India gehen wir ein paar Strassen weiter und sind mitten in Kampong Glam, dem islamischen Viertel, wo alle Frauen verhuellt rumlaufen. Noch ein paar Meter weiter und du stehst vor einer babtistischen Kirche. Man sieht eine Inderin im Sari und dem roten Punkt auf der Stirn, eine Chinesin im topmodischen Laufsteg-Mini und eine verhuellte Muslimin, wie sie sich lachend miteinander unterhalten und sich keinen Deut um die Religion und die Weltanschauung der anderen kuemmern. Fuer uns ist in Singapur shoppen angesagt. Nach 8 Monaten in den selben paar Kleidern (ist euch ja auf den Fotos sicher schon aufgefallen), sind wir richtig scharf drauf, was Neues zu kaufen. Und unsere Erwartungen werden mehr als uebertroffen. Nehmt Westside, Shoppyland und Wankdorf-Center zusammen und ihr habt hier eine durchschnittliche Shopping-Mall. Die Singapurer Innenstadt ist eigentlich ein einziges, grosses Einkaufszentrum. Hier ist alles nur vom feinsten, Toiletten wie in einem 5-Sterne-Hotel und alles blitzblank und natuerlich gratis! Die Wasserspiele ueberall in der Stadt, lassen das Gespritze vor unserem Bundeshaus ziemlich mickrig aussehen. Klar, haben wir auch noch ein kulturelles Programm mit der Besichtigung einiger Museen, historischer Gebaeude und einem Besuch im weltberuehmten Zoo absolviert, aber das mehr, um unser schlechtes Gewissen zu beruhigen. Auf jeden Fall sind aus unseren geplanten 3 Tagen dann 11 geworden. Wenn das Paket mit all unseren neuen Kleidern auch wirklich in der Schweiz ankommt, war es einfach PERFEKT!!!