06.05.2009

Tour de Salta

Um uns an die extremen Hoehen in Bolivien zu gewoehnen, machen wir eine kleinen Trip um Salta. Los gehts bergauf bis zu einem 3000 Meter ueber Meer gelegenen Aussichtspunkt, wo wir zum ersten Mal uebernachten. Die Aussicht waere sicher sehr schoen, doch der Nebel ist so dicht, dass ich sogar Kaeteli neben mir im Bett fast nicht mehr finde... sie ist halt so eine Kleine, Niedliche. (Eh, nach 4 Monaten zusammen muss ich mich mal wieder ein bisschen einschmeicheln.) Am naechsten Morgen scheint zum Glueck die Sonne und wir koennen in das ganze Tal hinunter schauen und sehen erst jetzt, wie steil und kurvenreich die Strasse war. Die schoene Morgensonne taut auch unsere gefrorenen Scheiben wieder auf. Ja, hier oben war es ziemlich kuehl und windig. Aber wir hatten in unserem Schlafgemach wunderschoen warm... und das sogar ohne zu kuscheln. Das gibts erst ab Minus 10 Grad ;-) Das Sonnenglueck waehrt leider nur kurz und schon ziehen wieder dichte Nebelwolken auf. Also fluechten wir ueber die Passhoehe, wo wir kurze Zeit spaeter auf einem riesigen Hochplateau ein Kakteenfeld, mit tausenden der bis 12 Meter hohen Dingern, durchqueren. Wir kommen uns vor wie in einer anderen Welt. Spaeter gehts durch kleine Doerfchen, in denen die Haeuser noch aus Lehmquadern gemauert und mit Stroh gedeckt sind. Nur die Satelitenschuesseln, die man an jeder "Huette" sieht, stoeren das mystische Bild ein wenig. Dafuer ist sogar in der hintersten Ecke der Welt jeder ueber Lost, Sex and the City und wie die Serien alle heissen, im Bilde. Auch das ist irgendwie weltverbindend, muessen wir feststellen. Weiter gehts dann zu einer abgelegenen Lagune hoch in den Bergen. Es geht so steil rauf und runter, ueber Baeche und Felsplateaus, dass ich vom Allrad schon fast in den Bergziegengang schalten muss. Die lange und holprige Fahrt wird dann mit einer wunderschoenen Lagune, auf fast 3.200 Meter ueber Meer, belohnt. Da es hier, nach Auskunft der Einheimischen, keine giftigen Viecher gibt, gehen wir bedenkenlos mit den Flipflops durch die Gebuesche und ueber die steilen Felswaende wandern. Die Hoehe spuert man schon und deshalb halten wir uns auch an den Spruch der Leute hier. "Geh langsam, iss was leichtes..... und schlaf alleine!!!" Als es schon ziemlich dunkel war, sitzen wir immer noch gemuetlich draussen und plaudern. Ploetzlich schrecken alle Voegel in den Gebueschen um uns herum auf und flattern wie wild davon. Komisch, was hat die aufgeschreckt? Mit unseren Taschenlampen laeuchten wir die Buesche ab. Da blitzt uns ein Augenpaar entgegen, weiter drueben ein zweites, auf der anderen Seite ein drittes. Shit, BERGPUMAS, schiesst es uns durch den Kopf. Wir mit einem gewaltigen Hechtsprung rein ins Auto und Tuere zugeknallt. Vom sicheren Kaefig aus, checken wir nochmals die Lage draussen ab. Eh, ihr habts ja sicher schon geahnt, die vermeintlichen Bergpumas sind in Wirklichkeit kleine Fuechsli, die etwa halb so gross sind wie die in der Schweiz. Wir zaehlen aber fast 10 Stueck, die um unser Auto herum schleichen. Man weiss nie, auch kleine Klaeffer koennen gefaehrlich sein, deshalb stellen wir uns bei der abendlichen Koerperpflege abwechslungsweise als Wachposten auf, um bewaffnet mit einem langen Bambusstock und einer Taschenlampe dem anderen den Ruecken freizuhalten. Vorsicht ist besser als Nachsicht, heissts doch so schoen. Nach einer erholsamen Nacht gehts dann weiter durch die wunderschoenen, in allen Farben schimmernden Bergen nach Cafayate, wo wir eine Weinkellerei besichtigten. Leider sehen wir wohl nicht so solvent aus, deshalb gabs nur den billigsten Wein zur Degustation. Eh, was solls, wir sind ja sowieso Biertrinker... und die 5.- die man hier fuer einen erstklassigen Wein zahlt, lassen wir halt in einem anderen Geschaeft liegen. "Waer nid wot het gha!!!" Als wir nach unserem Kurztrip wieder in Salta auf dem Campingplatz ankommen, hats schweizer Verstaerkung gegeben. Fraenzi aus Thun, Rodolfo und seine Frau Nelli aus dem Graubuenden sind zu Edy und Brigitte gestossen. Was wir dann alles zusammen "verbrochen" haben, folgt in einem naechsten Blog... Wehe wenn sie losgelassen... !!!

Salta und Umgebung