Mal vorneweg. Ich hatte den Blog schon mal geschrieben, alles schoen abgespeichert und dann wurde das Internetcafé dunkel. Stromausfall. Alles verloren, trotz speichern. Und Katjas USB Stick mit allen Fotos.... futsch!!! Nach einigem Gefluche und einem fast Nervenzusammenbruch, stellt euch vor die Fotos sind alle verloren, haben wirs in einem anderen Internetcafé probiert und dort waren wenigstens die Fotos noch OK! Wenigstens das! Da gabs dann ein paar Freudentraenen und zur Beruhigung ein Bier. Aber es stimmt schon, auf 4060 Meter ueber Meer mag man das Bier weniger vertragen..... lalllll.
Also hier endlich der Beitrag:
Schon bei der Ankunft sehen wir von weitem einen riesigen, grauen, dreiachsigen MAN Lastwagen mit einem gigantischen Camperaufbau. Und vornedran steht noch zur Kroenung, gut angekettet, ein neues, PS starkes Squat. WOW, was fuer ein Bild. Und stellt euch vor, das Riesending gehoert Schweizern. Leider steht aber auf dem Nummernschild nicht BE, sondern ZH und ich befuerchte schon das Schlimmste. Wer wohl diese Ding durch die Gegend kutschiert? Da kommen schon die Besitzer um die Ecke und begruessen uns mit einem freundlichen Laecheln. "Sieh an, es hat Berner auf den Campingplatz verschlagen", rufen sie uns zu. Brigitte und Edy, die beiden modernen Nomaden, wie sie sich nennen, sind mit ihrem Robusto aus der Schweiz geflohen und bereisen nun auf unbestimmte Zeit die Welt. Wir verstehen uns auf Anhieb, und schon kurze Zeit spaeter, sitzen wir alle beisammen, trinken Wein und philosophieren ueber Gott und die Welt. Als mir Edy dann noch eine Super-Zigarre aus seinem Humidor anbietet, koennte der Abend schoener nicht sein! Was fuer ein Genuss. Nicht nur das, die beiden Reiseprofis verraten uns noch massenhaft Tricks und geben uns Tipps, wie wir hier am Besten ueber die Runden kommen. Ihnen beiden haben wir auch zu verdanken, dass wir das beste Fleisch seit unserer ganzen Reise gegessen haben. Neben den beiden kommen wir uns vor wie kleine Anfaenger.... doch wir sind lernfaehig.
Nach einer 5-taegigen Rundreise (Tour de Salta), kehren wir auf unseren Campingplatz zurueck. Und siehe da, es hat schweizer Verstaerkung gegeben. Fraenzi aus Thun, die mit ihrem Fahrrad seit ein paar Monaten ALLEINE Suedamerika "beradelt" (Crazy!!!) und das buendner Ehepaar Nelli und Rodolfo, die Fraenzi vor einem Monat getroffen haben und nun fuer sie einige Zeit das Begleitfahrzeug spielen. Auch bei ihnen werden wir sofort zum Z'Nacht eingeladen. Es wird gequasselt und gelacht und Katja hat in Fraenzi endlich ein "Gspaendli" gefunden, wo sie wieder mal Frauengespraeche fuehren kann. Da wir beide finden, es sei jetzt mal an uns einzuladen, organisieren wir am Sonntag Nachmittag eine grosse Fleisch- und Kaeseplatte und wir "glorreichen 7" Schweizer machen eine riesen Party. Oh yeah, da ging was! Gegessen wurde viel, getrunken noch mehr, gesungen ein bisschen und gelacht ununterbrochen. Ploetzlich ist Edy verschwunden, um uns aus dem Dunkeln mit einem ueberwaeltigenden Trompetensolo zu begluecken. Es lief mir echt kalt den Ruecken runter, als ich das gehoert habe. Wir fuehlten uns alle wie Freunde, die sich schon jahrelang kennen. So schoen koennen Ferienbekanntschaften sein! In den fruehen Morgenstunden haelts dann Katja und Fraenzi nicht mehr auf den Stuehlen, sie shaken zu Elvis Jailhouse Rock wie zwei entlaufene Rennmaeuse. Dass nicht nur die jungen Maedels tanzen koennen, beweist uns Rodolfo, er schwingt seine Gummihuefte wie John Travolta in den besten Jahren. Um seinen Auftritt besser zur Geltung zu bringen, spiele ich mit einem kleinen Scheinwerfer den Lichttechniker. "Du muesch d'Schelle vo unde aluechte", schreit mir Rodolfo Tanzbaer immer zu. Bis ich endlich checke was er meint, vergeht ein Momentchen. Ich hoffe, ihr findet es schneller raus, hehehehehe (nicht jugendfrei!) Der "alte" Gigolo tanzt mit den jungen Puppen, wie er sie nennt, dass ich mir schon fast Sorgen um die Gesundheit der zwei Blondinen machen muss. Dem verkaterten Morgen folgt dann ein naechster Partyabend und so gehts fast eine Woche weiter. Ihr koennt euch nicht vorstellen, wie schoen es ist, nach fast 4 Monaten Hochdeutsch, Franzoesisch, Englisch, Portugiesisch und vorallem Spanisch, wieder mal ds schnorre, wie eim ds Muu gwachse isch. Doch auch hier muessen wir leider die Zelte abbrechen und weiter auf Abenteuertour gehen. Die Zeit laeuft und in 2 Monaten gehts schon nach Neuseeland. Nochmals ein GROSSES Merci an die "Schweizer Truppe", es war eine unglaublich schoene Zeit. Wir werden euch NIE vergessen.