12.07.2009

Cusco und Machu Picchu

Als sich die Tore von Helmis Campingplatz hinter uns geschlossen haben, fuehlen wir uns endlich in Sicherheit. Den ganzen Stress der letzten paar Stunden koennen wir hinter uns lassen und uns endlich entspannen. Obwohl Cusco ziemlich touristisch ist, erklaeren wir die Stadt zu unserem Staedtehighligt. Eine wunderschoene Plaza, atemberaubende Kathedralen, und niedliche Gaesschen, einfach genial. Da die Lage um Cusco herum ziemlich unklar ist, und es immer noch taeglich Strassenblockaden gibt, bleiben viele Traveler hier und warten bis sich die Lage beruhigt hat. Wir haben trotz allem eine super Zeit bei Helmi. Juelsch und seine Familie, die wir schon ein paar Mal unterwegs getroffen haben. Rolf und Bettina, denen wir es zu verdanken haben, dass wir einen “virenfreien” Laptop (mit spanischem Betriebssystem) kauften oder Gustavo der Taliban, der mit seiner Familie von Kanada nach Uruguay unterwegs ist, um dort in sein neues Haus zu ziehen. Zusammen besuchen wir das Inti Raymi Fest. Die Inkas feiern damit die Wintersonnenwende. Zuerst denken wir alle, dass die ganze, riesige Show, nur fuer die Touristen inszeniert wurde. Neben uns sitzen aber ein paar Quechua sprechende Peruaner, die die ganze Sache sehr ernst nehmen. Sie sind dann so freundlich und uebersetzen uns das ganze Spektakel, so dass wir so ziemlich die einzigen Touristen sind, die den wahren Hintergrund der Show erkennen. Nix mit Touristennepp. Die Einheimischen glauben an die Worte des Oberinkas, der auf dem Stadtplatz von Cusco laut in die Menge schreit. Von Helmis Campingplatz aus haben wir dann sogar die Moeglichkeit, die weitere Show in den spektakulaeren Ruinen von Sacsayhuamán zu verfolgen. Die Inkas schneiden auf dem Opferstein einem lebenden Lama das Herz raus und lesen daraus die Zukunft. Andere Laender, andere Sitten. Tags darauf ziehts alle weiter. Der Abschied faellt uns schwer, aber wir sind Reisende und es gibt noch viel zu entdecken. Die sagenumwobenen Ruinen von Machu Picchu sind unser naechstes Ziel. Morgens um 04.40 gehts los, zuerst mit dem Bus rauf zum Machu Picchu mit seinen 216 Ruinen. Dann sofort weiter zum Wayna Picchu, von dort aus hat man einen spektakulaeren Ueberblick ueber die Ruinen. Auf den Wayna Picchu werden nur 400 Personen raufgelassen. Katja und ich sind Nummer 5 und 6, die an diesem Morgen den Gipfel erklimmen - nicht schlecht, he!?! Die Aussicht von oben ist atemberaubend und jeden Schritt, der fast senkrechten Steintreppe wert, die eine gute Marschstunde nach oben fuehrt. Fuer Leute mit Hoehenangst oder schwachen Nerven ist der Aufstig nicht zu empfehlen, da es Abschnitte gibt, wo es neben der schmalen Treppe, hunderte von Metern senkrecht, runter ins Tal des Urubamba Flusses geht. Ja ja, die Inkas waren wilde Krieger. Stundenlang bestaunen wir dann die alten Steinruinen und Terrassen, die teilweise ueber steil abfallende Felswaenden gebaut wurden und probieren uns vorzustellen, wie das Leben dazumal wohl war. Machu Picchu ist definitiv ein Muss bei jeder Suedamerikareise. Die Facts zu Machu Picchu sind aber so unterschiedlich, dass wir hier gar nichts dazu schreiben wollen. Falls es euch interessiert, Google kennt ja jeder.

Cusco


Machu Picchu

05.07.2009

And the winner is ...

SILVIA GINARDI & IHRE FAMILIE - HERZLICHEN GLUECKWUNSCH!!!
Und DANKE fuers Mitmachen.

25.06.2009

Wer hat aufgepasst und gewinnt ...

... nach unserer Heimkehr ein suedamerikanisches Znacht in unserem neuen Zuhause.

Was fuer ein Fehler hat sich im Post "La música de América del Sur" eingeschlichen?
Der Erste/die Erste, die am schnellsten die richtige Antwort auf Katja's oder Resu's Mailadresse antwortet, gewinnt!

Na dann, los gehts!

Ueber Umwege nach Cusco

Vom Cañón del Colca gehts 2500 Meter nach oben, ueber den Paso Alto, Richtung Cusco. Rusty "schnadelet" sich im 2. Gang die unzaehligen Serpentinen hoch. Auch wir beide spueren die 4800 Meter ueber Meer, aber zum Glueck haben wir uns gut anklimatisiert. Die naechste eiskalte Nacht verbringen wir schoen versteckt in einem Steinbruch, unmittelbar an der Strasse nach Cusco. Seit gut einem Monat schlafen wir jetzt fast jede Nacht in Thermo-Unterwaesche und Wollsocken. Tagsueber ist es wunderbar warm, aber sobald die Sonne untergeht, wirds sofort unter Null Grad. Ja Leute, wir haben Winter hier! Schon beim Z'morge faellt uns auf, dass die Strasse neben der wir schlafen, kaum mehr befahren wird. Nach ein paar Kilometer Fahrt wissen wir dann auch wieso. Felsbrocken auf den Strassen, brennende Reifen und demonstrierende Bauern. Das Wasser hier in der Gegend wurde verstaatlicht, nun sollte jeder Bauer fuer das klare Gold bezahlen - sogar fuer das Regenwasser, stellt euch das mal vor! Kein Wunder sind die Campesinos hier so sauer, wir haben volles Verstaendnis fuer sie. Leider haben sie genau "unsere" Strasse blockiert, und es kann uns keiner sagen, wie lange die Blockade dauern wird. "Wenn ihr nach Cusco wollt, habt ihr nur eine Moeglichkeit, dort ueber die Berge", erklaert uns ein Polizist. Auf dem Ding, dem eher einem Geissentrampelpfad aehnelt als einer Strasse, begegnen wir dann Ricardo auf seinem Motorrad. Wir fragen ihn, wie es denn zu fahren sei und wo wir ueberhaupt durchfahren muessten. Kurzerhand zeichnet er uns ein wunderbares Kroki mit allen wichtigen Kreuzungen, Strassen und sogar noch die Adressen und Telefonnummern seiner Amigos, die Automechaniker und Polizisten sind. Was sich spaeter als sehr nuetzlich rausstellte. Er ist fast 700 Kilometer unterwegs, nur um 1 Nacht mit seiner Freundin zu verbringen. Das nenn ich einen Latinlover!!! Zum Dank fuer seine Hilfe, schenken wir ihm unsere letzte Flasche Weisswein, und hoffen, dass die Nacht fuer ihn unvergesslich sein wird. Stundenlang klettern wir dann auf verlassenen Wegen die Berge hoch. Die Gegend hier ist unglaublich schoen. In einem kleinen Doerfchen fahren wir dann ganz unverhofft mitten in eine grosse Strassenparade. Hunderte Kinder in ihren traditionellen Dorftrachten tanzen singend durch die engen Gassen Richtung Placa. Das koennen wir uns nicht entgehen lassen. Als wir staunend mitten in der Menschenschar stehen, werden wir ploetzlich erkannt. Touristas! Und schon sind wir vom Zuschauer zum Dorfspektakel geworden. Unzaehlige Kinder stehen um Katja rum, wollen ein Foto mit ihr, geben ihr die Trachten und Huete zum Anziehen und loechern sie mit 1000 Fragen. Es ist herrlich, wie neugierig und unverdorben die Leute hier oben, weitab vom Touristenstrom, noch sind. Zwei Stunden spaeter muessen wir fast kaempfen, um der neugierigen Menge zu entkommen und unsere Fahrt ueber die Feldwege Richtung Cusco fortzusetzen. Aber die laechelnden neugierigen Kinder werden wir so schnell nicht vergessen.

24.06.2009

Puno - Arequipa - Cañón del Colca

Von Puno aus fahren wir nach Arequipa, der zweitgroessten Stadt Perus. Die Stadt liegt unmmittelbar am Fuss des kegelfoermigen Vulkans Misti (5822 m), der seinerseits von zwei wunderschoenen, schneebedeckten Bergen flankiert wird. Von der Placa aus sieht man die prunkvolle Kathedrale und im Hintergrund die drei spektakulaeren Berge. Ein wirklich majestaetischer Anblick. Danach besuchen wir das Monasterio Santa Catalina. Ein Kloster, in dem seit 1580 immer um die 100 Nonnen, in einer kleinen Stadt innerhalb der Stadt, hinter hohen Mauern und abgeschirmt von der Aussenwelt, leben. Es ist schwer sich vorzustellen, dass es immer noch Maedchen gibt, die sich ein Leben lang hinter diesen Steinwmauern verschanzen und sich ein solches Leben voller Entbehrungen aufbuerden. Nach den obligaten 2 Nachmittagen Kultur, geniessen wir nur noch unseren Campingplatz, die warme Sonne (endlich mal wieder) und den Supermarkt gleich um die Ecke. Essen, trinken, faulenzen... was fuer ein Leben. Nach 6 Tagen Sonne und Waerme sind wir wieder bereit fuer die Kaelte. Von Arequipa aus fuehrt unser Weg, ueber den 4800 Meter ueber Meer gelegenen Paso Alto, zum Cañón del Colca. Mit einer Tiefe von 3195 Meter, der zweittiefste Canyon der Welt. Am spaeten Nachmittag erreichen wir die Plattform, von wo aus man fast 3 Kilometer senkrecht in das Tal des Río Colca runter sieht. Einmalig! Aber eigentlich sind wir ja wegen der beruehmten Kondore, die hier haufenweise rumsegeln sollten, gekommen. Wir sehen bei Sonnenuntergang noch ein paar kleine, aber Morgen frueh sollen die Grossen rauskommen, hat uns der Parkwaechter gesagt. Dring Dring, 5.30 -Tagwache! Wir raus aus dem warmen, gemuetlichen Bettli und ab zum Felsvorsprung, bei dem die Kondore zu sehen sein sollten. Nach anderthalb Stunden warten und frieren, koennen die Viecher von uns aus "Poulet" sein. Wir gehen zurueck ins Auto! Kein Vogel weit und breit. Nach 2 Stunden aufwaermen, wagen wir nochmals einen Versuch. Schon auf dem Weg zum Felsvorsprung ueberfliegen uns drei der Ungeheuer. Mit einer Fluegelspannweite von ueber 3 Meter, wird dir schon anders, wenn dir die Viecher knapp ueber den Kopf hinweg fliegen. "Hesch se gfoetelet?", rufe ich Katja zu. "Nei, ig ha grad e chli schisse gha", winselt sie zurueck. Die naechsten zwei Stunden stehen wir mit offenem Mund an dem Canyonrand und bewundern die Kondore, wie sie im Aufwind ueber unsere Koepfe segeln. Bis zu 12 Stueck haben wir auf einmal um uns rum. Wenn sie dann ganz nah an dir vorbeifliegen, kannst du ihnen direkt in die Augen schauen und hoeren, wie der Wind in ihren Fluegeln bricht. Das war bestimmt eines der Highlights unserer bisherigen Reise. Schade geben die Fotos und das Filmli nur ein Bruchteil des Spektakels wieder, dass wir erlebt haben.

Kloster Santa Catalina in Arequipa


Cañón del Colca

22.06.2009

Nicht schiessen, wir sind nur Touristen!!!

Unser Stellplatz entpuppt sich doch nicht als so geeignet wie wir dachten, da wir von der Hauptstrasse aus trotzdem zu sehen sind. Ach, was solls, jetzt ist eh bald dunkel und dann sieht uns niemand mehr. Kaum haben wir das gesagt, faehrt neben uns ein Auto Richtung Steinbruch runter. Noch denken wir uns nicht viel dabei, als er dann aber beim Rueckweg auf der Hauptstrasse wendet und uns gute 2 Min. im Scheinwerferlicht “belaeuchtet”, werden wir skeptisch. Das Licht geht aus, aber das Auto faehrt nicht weg. “Zum Glueck habe ich vorne das Nummernschild mit einem Lappen abgedeckt. Die denken sicher, wir sind Einheimische”, sage ich zu Kat. Kurz darauf haelt ein Wagen bei ihnen, ein paar Worte werden gewechselt und schon verschwindet die Karre wieder im Dunkeln. Unsere Freunde stehen aber immer noch unbelaeuchtet in der Gegend rum. Schon folgt der naechste Wagen und haelt wieder bei ihnen an. Im Gegenlicht der Autos sehen wir, wie ein paar Leute aussteigen, dann ist wieder stockdunkel. Ploetzlich erkennen wir, wie sich jemand mit abgedunkelten Taschenlampen naehert. ”Jetzt muessen wir abhauen”, ruft mir Katja zu, waehrend sie schon hinten ins Auto springt, um alles startklar zu machen. Da der Beifahrersitz (vollgestopft mit Muell, PET-Flaschen, etc.) ist, bleibt sie gleich hintendrin. Ich hechte waehrenddessen unters Auto, entferne die Steine unter den Hinterraedern und sitze nach wenigen Sekunden schon startbereit vorne im Cockpit. Pfefferspray und Nahkampfmesser in der Fahrertuere, das Beil nebendran auf dem Beifahrersitz. Wenns sein muss, wir sind auch keine Schaefchen! Scheinwerfer an und mit einem riesen Satz schiessen wir die steile Rampe runter Richtung Hauptstrasse. Aus dem Augenwinkel erkenne ich sofort den Mann, in der “Policia Municipal Uniform”, der geduckt am Wegesrand kniet. Ich trete voll in die Bremse, drehe mich erleichtert zu Katja um und rufe nach hinten: “Wir haben Glueck gehabt, es ist die Polizei”. Als ich wieder nach vorne schaue, bricht die Hoelle ueber uns herein. Unmittelbar vor uns stehen 3 peruanische Cops in voller Kampfmontur, mit kugelsicheren Westen und zielen mit ihren Pumpguns durch die Windschutzscheibe auf uns. Ein unglaubliches Geschrei geht draussen los, jeder bruellt wild durcheinander. Instinktiv nehme ich die Haende vom Lenkrad, strecke sie in die Hoehe und steige ganz langsam, fast im Zeitlupentempo aus. Immer noch schreien die Cops wild durcheinander, so dass ich kein Wort verstehen kann. “Wir sind Touristen, wir sind Touristen, nur ruhig señores, tranquillo, tranquillo, ruhig, ruhig”, schreie ich immer wieder in ihre Richtung. Sie schreien, ich schreie. Ploetzlich hoere ich wie einer der total ueberforderten Cops, seine Pumpgun durchlaedt. Verdammte Scheisse, ihr koennt uns doch nicht einfach abknallen, wir sind doch nur Touristen, geht es mir durch den Kopf. Wie in Trance stehe ich mit weit ausgebreiteten Armen vors Auto, um ihnen zu zeigen, dass ich unbewaffnet und ungefaehrlich bin. Genau diese Reaktion haben sie gewollt. Geblendet vom Scheinwerferlicht, konnten sie mich neben dem Auto nicht erkennen, deshalb waren sie so nervoes. “Ich gehe jetzt zurueck und schalte das Licht aus.” Waehrend ich diesen Satz immer wieder wiederhole, schleiche ich rueckwaerts, mit erhobenen Armen zurueck, um die Scheinwerfer auszuschalten. Die Situation scheint sich ein bisschen zu beruhigen. Shit, Katja ist ja noch hintendrin. “Alles OK Kat, mach dir keine Sorgen”, rufe ich ihr zu. Schlagartig sind die Waffen wieder im Anschlag. “Wer ist im Auto, wer ist hinten alles im Auto?”, bruellen sie mir zu. “Meine Frau, meine Frau ist hintendrin.” (Nein, wir haben nicht heimlich geheiratet, ich weiss nur nicht, was Freundin auf spanisch heisst.) “Wer ist sonst noch im Auto?”, schreien sie immer wieder. “Nur meine Frau, es ist nur 1 Person hintendrin. Ich werde jetzt langsam die Tuere oeffnen und sie kommt raus.” Wieder hoere ich von den Bullen nur ein wildes, fast histerisches Geschrei. Als ich mich umdrehe, um die Tuere zu oeffnen, schaue ich direkt in den Lauf einer Kalaschnikow. Ein weiterer Polizist hat sich von hinten ans Auto geschlichen, um seinen Kollegen Rueckendeckung zu geben. “Katja, ich mache jetzt die Tuere auf und du kommst ganz langsam, mit erhobenen Haenden raus. Mach um Gottes Willen keine schnelle Bewegung, bleib ganz ruhig, wir haben alles unter Kontrolle”, schreie ich ihr durch die geschlossene Tuere zu. Das Erste, was Katja dann sieht, sind 4 Polizisten, die mit ihren Gewehren im Anschlag auf sie zielen. Was fuer ein Schock, nachdem sie die ganze Zeit hinten im total dunklen Auto sass und nur unser histerisches Geschrei gehoert hat. Meine Kleine zittert am ganzen Koerper und steht total unter Schock. “Es ist alles OK Katja, alles kommt gut, mach dir keine Sorgen. Wir sind in Sicherheit”. Ein kurzer Blick der Cops hinten ins Auto, und urploetzlich sind sie lammfromm. Fuersorglich kuemmern sie sich um Katja, erklaeren ihr, dass alles nur ein Missverstaendnis sei, und sie keine Angst mehr haben muss. Wir zwei haben das Gefuehl, dass die Polizisten noch mehr erleichtert sind als wir, dass sich diese heikle Situation in so etwas harmloses gewandelt hat. Waehrend der obligaten Passkontrolle (unsere Kopien), zeige ich ihnen den Zettel von unserem Freund Ricardo, dessen Freund Usto, per Zufall, Chef des Nachbarpolizeiposten ist. Ein Blick auf den Wisch, ein Laecheln der Cops, und schon ist alles in bester Ordnung. “Wenn ihr Freunde von Usto seid, ist ja alles gut. Hier koennt ihr aber nicht bleiben, ist viel zu gefaehrlich. Folgt uns auf den Posten, dort koennt ihr ruhig und sicher schlafen.”
Als wir das Auto beim Polizeiposten geparkt haben, kommt der Postenchef zu uns und entschuldigt sich nochmals fuer das Verhalten seiner Jungs. “Sie haben ja nur ihren Job gemacht”, antworten wir verstaendnisvoll. Geruehrt von unserer Geste, schuettelt er uns die Haende und klopft uns freundschaftlich auf die Schultern. Zum Glueck hat keiner von denen die Nerven verloren, gehts mir immer wieder durch den Kopf. Zurueck im Auto schaut mich dann Kat rotzfrech an und sagt ganz cool: “Ich haette eigentlich ja nicht weinen muessen, habe mir aber gedacht, ein paar Traenen koennten in dieser Situation sicher nuetzlich sein… und falls du deinen Pass suchst, den habe ich waehrend dem Geschrei schoen in meinem Strumpf versteckt”. So abgebrueht muss man erst mal sein!!!!!

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Also, macht mal Pause, geht was trinken, es geht noch weiter. Waere ja nichts, wenn das schon die ganze Story waere.
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Unglaublich, aber Kat hat trotz diesem Erlebnis schon nach ein paar Minuten geschlafen wie ein Murmeltier. Bei mir setzt der Schock erst jetzt ein. Die ganze Nacht geht mir immer wieder durch den Kopf. Was waere passiert, wenn die Jungs die Nerven verloren haetten? Morgens, ca. um halb sechs, hoeren wir wie draussen ein Bus anhaelt und der Chauffeur mit den Polizisten spricht. Ploetzlich haeult der Motor auf und der Bus rast weiter. Schon klopft es an unserer Tuere. “Wenn ihr noch ueber die Bruecke Richtung Cusco wollt, muesst ihr sofort losfahren, die ist ungefaehr noch eine Stunde offen, dann wird sie wieder gesperrt.” Wir springen auf, und schon wenig spaeter rasen wir das Tal hinunter Richtung Bruecke… und mittenrein ins naechste Elend. Der Bus von vorhin hatte auf der steilen Strasse ein Bremsversagen und ist in einer Kurve geradeaus, fast senkrecht, in ein Flussbeet gestuerzt. Einige der Leute sind noch am hochklettern, andere haben sich schon an den Strassenrand gesetzt und starren kopfschuettelnd ins Leere. Wir erkennen zwei Polizisten von gestern Abend, die von der Bewachung der Bruecke abgezogen wurden und sofort zum Unfallort gerast sind. “Koennen wir euch irgendwie helfen?” “Nein, wir haben alles schon gemacht, und den Leuten, die noch im Bus sind, denen kann niemand mehr helfen”, antworten sie sichtlich mitgenommen. “Hay alguin muerto (Tote)?”, fragt Kat mit Traenen in den Augen. “Sí”, antwortete der Polizist knapp. “Aber fahrt ihr jetzt sofort weiter, wir hoffen nur, ihr kommt noch ueber die Bruecke.” Obwohl wir niemanden in dem Bus kannten, geht uns das Ganze extrem nah, und wir muessen uns zusammen nehmen, unsere Gefuehle zu unterdruecken und weiterzufahren. Uns bleibt auch keine Zeit zum TRAUERN. Schon sehen wir unzaehlige, wartende Autos und Busse, die vor einer wunderschoen, brennenden Holzbruecke stehen. Fuck, hoert die Scheisse denn nie mehr auf!?!? Vorsichtig naehern wir uns dem Szenario. Aber der erste Bus steht schon auf der Bruecke, hat irgendwie das Feuer geloescht und schiesst ueber das verkohlte Ding rueber. Der naechste Wagen gleich hinterher. Dann passierts, als ein grosser Ueberlandbus ueber die Planken faehrt bricht er ein und bleibt stecken. Doch irgendwie solidarisieren sich alle und mit vereinten Kraeften gelingt es uns, den Bus ueber die Bruecke zu bringen. Wir packen beide mit an und tun unser Moeglichstes, um den Einheimischen zu zeigen, dass wir auch dazu gehoeren - und nicht nur bloede Touristen sind, die bloss rumstehen. Als wir dann dran sind, kommen ein paar Jungs gerannt und reissen die restlichen Planken raus, so dass wir keine Chance mehr haben rueberzufahren. “Ihr verdammten Bastarde”, schreie ich rueber. Mach Platz Kat, ich hole jetzt mein Beil und spalte dem Erstbesten dieser ******* den Schaedel”. Ich war so stinksauer, ich haette es sogar getan!!! Wir haben all den Leuten ueber die kaputte Bruecke geholfen, haben Bretter fuer die anderen Fahrzeuge geholt, und nun das. Kurz vorm ausrasten, sehe ich die Jungs zurueck kommen, jeder ein schoenes, langes Holzbrett unter dem Arm. “Wenn ihr rueber wollt, 10 Soles (ca.3.50)”, rufen sie uns zu. “OK”, rufen wir zurueck. Nach wenigen Minuten koennen wir ueber die duennen Bretter auf die andere Seite fahren. Nochmals wuerde ich das aber nicht mehr wagen. War schon ziemlich waghalsig, ueber das verkohlte Teil zu manoeverieren. Aber alles hat geklappt und das ist die Hauptsache. Spaeter erfahren wir dann, dass kurz nach uns, die Bruecke wieder angezuendet wurde. Also haben wir trotz allem Glueck gehabt… Aber die letzten 14 Stunden waren sogar fuer uns ein bisschen zuviel!

10.06.2009

La música de América del Sur

Musik, die wir hier in Suedamerika immer hoeren:

Maná: Labios Compartidos
http://www.youtube.com/watch?v=7JVy7MIKnnA
Juan Luis Guerra: Burbujas de Amor
http://www.youtube.com/watch?v=OEDNJqtXQ8M
Luis Fonsi: Yo No Me Doy Por Vencido
http://www.youtube.com/watch?v=LgBGRixZfyE
Grupo 5: Motor Y Motivo
http://www.youtube.com/watch?v=LjdAFEgH5xI
Himno national
http://www.youtube.com/watch?v=4Ga_m4OD_7A

05.06.2009

Fotos als Diaschau ansehen

Ganz einfach! Fuer diejenigen, dies noch nicht rausgefunden haben :-)
Galerie: auf das Foto klicken und ganz links "Presentación de diapositivas" anklicken.



Viel Spass!

04.06.2009

Amazonas - Puno (Peru)

Erleichtert, dass wir unser Dschungelabenteuer heil und gesund ueberstanden haben, steuern wir Rusty gemuetlich im zweiten Gang, die 3600 Hoehenmeter wieder Richtung La Paz rauf. Nach dem Dschungeltrip wollen wirs einfach nur noch easy und gemuetlich haben. Wir sind so erleichtert und locker drauf, dass uns nicht mal mehr La Paz in der Rush Hour aus der Ruhe bringt. Auch den Mautstellen-Bescheisser sind wir wohl zu cool, denn sie probieren kein einziges Mal mehr, uns uebers Ohr zu hauen. Wir sind so locker, dass wir mehr ueber die Strasse schweben, als fahren. Doch schon kurz spaeter werden wir wieder knallhart auf den Boden der Realitaet zurueckgeholt. Am schmalsten Punkt des Titicacasees, muessen wir mit einer Faehre ca. 1 km uebersetzen. Gut, Faehre ist ein bisschen uebertrieben. Es ist eine schlammpig zusammengezimmerte Nussschale, die unter unserem Gewicht aechzt und stoehnt, als haette ihre letzte Stunde geschlagen. Wir tanzen auf den, doch ziemlich grossen Wellen, auf und ab, dass wir beide schon aussteigen, um im Fall der Faelle gleich losschwimmen zu koennen. Pass und alle wichtigen Unterlagen schoen in den Kleidern verstaut. Doch auch dieses "kleine" Abenteuer, ueberstehen wir dank Rexona, ohne Schweissflecken unter den Armen. Bald darauf erreichen wir Copacabana. Nein, nicht Bikini, Caipirinha und Samba. Copacabana am Titicacasee in Bolivien, wos in der Nacht schweinekalt wird, und das Wasser in den Duschen bestenfalls nicht eisig ist. Von dort aus machen wir einen Ausflug zur Isla del Sol, der Geburtstaette der Inkas. Wer jetzt meint, man saehe irgendetwas Ueberwaeltigendes, oder bekomme irgendwie Infos ueber diesen Ort, hat sich getaeuscht. Die schoenen Eintrittszettel, fuer die wir bei 3 verschiedenen Doerfchen zahlen muessen, enthalten einfach die Benuetzung der Strasse! Als wir mal nach Infos fragen heissts bloss: "Ich bin nur hier um Strassengebuehr einzutreiben". Nach einer 4-stuendigenden Wanderung auf 4100 Meter ueber Meer, haben wir auch die Kraft und den Atem nicht mehr, um da gross was zu reissen. Also gehen wir muede zum Boot und haken die Isla del Sol unvollstaendig ab. Tags darauf gehts ueber die Grenze nach Peru, auch hier gibts wieder ein paar Diskussionen, ein paar Bolivianos muessen "gespendet" werden, und dem peruanischen Zoellner muss ich etwa 15 Mal erklaeren, dass Suiza und Switzerland dasselbe ist. In Puno "goennen" wir uns dann wieder mal ein Hotel. Nein, nicht weil wir verweichlicht sind, nicht weil es in der Nacht fast minus 10 Grad wird und auch nicht, weil wir nach 5 Monaten wieder mal fernsehen wollen. Ganz einfach, weil wir nach einem ganzen Tag suchen keinen einigermassen sicheren Stellplatz gefunden haben. Aber ganz ehrlich, es ist schon geil, sich mal wieder im Stehen anzuziehen, ein eigenes Bad mit warmer Dusche sein Eigen zu nennen und die Simpsons auf Spanisch zu schauen. Von Puno aus besuchen wir die schwimmenden Inseln der Uros. Dieses Volk ist vor vielen hundert Jahren vor den spanischen Eroberern auf den Titicacasee gefluechtet und lebt seitdem auf ihren, aus Schilf und Lehm gebauten, Inseln. Alle 3-4 Wochen muessen sie oben eine neue Schicht Schlif nachlegen, um den verwesenden, alten Teil zu ueberdecken. Es ist schon ein komisches Bild, wenn du auf den einfachen Strohdaechern Solarpanels siehst und in den Huetten kleine Fernseher entdeckst. Aber auch diese Leute haben ein Recht auf Fortschritt, obwohl es einigen Touristen lieber waere, sie wuerden noch wie vor 500 Jahren leben. Das ganze Leben dieses Volkes spielt sich auf dem Wasser ab. Schon die Kleinsten rudern mit ihrem eigenen Boot zur Schule auf der Hauptinsel. Und wenns einem Mal nicht mehr passt, Anker lichten und sich einfach irgendwo anders hintreiben lassen. Nachbarschaftststreit - kein Thema. Danach besuchen wir noch die Isla Taquile, wo die strickenden Maenner leben. Anhand ihrer, mehr oder weniger gut, gestrickten Huete, kann man ihren sozialen Status innerhalb der Gemeinde erkennen. Auch hier haben sie sich mit den Touristen abgefunden, die sie wie Tiere im Zoo, bei jeder ihrer Bewegungen fotografieren. Es ist schon unverschaemt, wie wir Touris uns teilweise benehmen. Da werden den Einheimischen die Kameras wenige Zentimeter vor den Kopf gehalten, um ein moeglichst gutes Bild zu machen. Ohne zu fragen, ohne Respekt zu zeigen. Wir haben Eintritt bezahlt, also macht was wir wollen!!! Wir probieren uns so gut es geht von dieser Masse abzusetzen, fragen ob wir Fotos machen duerfen, kaufen dafuer auch etwas von ihnen. Und wenn sie sagen sie wollen nicht fotografiert werden, respektieren wir das.

Meine Lieblingsmotive sind die Kinder... versuche immer von einem Versteck oder sehr unauffaellig meine Fotos zu schiessen. Wenns nicht geht, frage ich sie um Erlaubnis oder gebe ihnen ein kleines Mitbringsel.

Peru: Uros & Isla Taquile

La Paz - gruene Hoelle

Im schoenen Hotel Oberland (wir haben zwar nur auf dem Parkplatz geschlafen, aber trotzdem), essen wir mal wieder richtige schweizer Kueche. Racelette, Zuercher Geschnetzeltes und ein unglaubliches Fondue Chinoise, verwoehnen unsere Gourmetgaumen. Ein Stadttrip durch La Paz, verschlaegt uns nicht nur wegen der steilen Strassen, auf einer Hoehe von 3680 Meter ueber Meer, den Atem, sondern auch wegen der vielen Menschen, die sich hier Schulter an Schulter durch die engen Gassen draengen. Wir bestaunen das bunte Treiben auf den Maerkten und die immer laechelnden Bolivianos in ihren Trachten. Nur als wir auf dem "Hexenmarkt", heimlich die am Hals aufgehaengten, getrockneten Lamafoeten fotografieren, werden wir mit boesen Blicken gewarnt, sowas ja nicht noch einmal zu wagen. Von wegen 3. Welt, hier bekommt man alles, vom Nivea-Dry-Deo bis zur L'Oreal-Creme, vom Plasma-Fernseher bis zum PC-Headset. Und wenn man es clever macht (so wie wir, oder besser Katja), bekommt man alles zu einem Spottpreis. Das "maerten" ghoert hier einfach zur Kultur, und wir sind natuerlich voll dabei. Hoffentlich werden die Verkaeuferinnen im Migros nicht sauer, wenn wirs dort auch probieren ;-) Frisch ausgeruht und randvoll mit schweizer Koestlichkeiten, starten wir nach 4 herrlichen Tagen im Oberland, unseren Dschungeltrip in den Amazonas. Wir haben es uns tagelang ueberlegt, abgewogen, Pro's und Contra's verglichen, bis wir uns dazu entschlossen haben, es trotz allen widrigen Umstaenden zu wagen. Von La Paz fuehrt die "gefaehrlichste Strasse der Welt", (Pro7 hat eine Sendung dazu gezeigt; jeden dritten Tag ein toedlicher Unfall), Richtung Dschungel runter. Walter, der Chef des Hotel Oberlands, versichert uns aber, dass die Strasse nun geteert und nicht mehr sooo schlimm zu fahren sei. Auf Achse koennen wir dann feststellen, dass es echt nicht mehr so schlimm ist. Einzig die unzaehligen Grabkreuze, mit denen der Strassenrand gesaeumt ist, zeigen uns die Gefaehrlichkeit der Strasse. Auf 80 km Laenge faellt die Strasse 3000 Meter in die Tiefe. Zu unserem Pech hats oben noch stockdicken Nebel und dichten Schneefall, der sich weiter unten in stroemenden Regen verwandelt. Nach gut 140 km hoert ploetzlich die aslphaltierte Strasse auf und verwandelt sich in eine holprige Schlamm- und Schotterpiste durch den Dschungel. "Zum Glueck fahren wir rechts am Berg entlang", sagt mir Katja nach einigem leeren Schlucken. Der Taxifahrer der uns entgegenkommt findet auch, auf "unserer" Seite sei es sicherer und haelt voll auf uns drauf. Let's play Baby, wir weichen sicher nicht aus, wir sind auf der richtigen Seite. Er hats zum Glueck nicht so mit den Nerven und weicht im letzten Moment aus... Feigling. Beim kreuzen haengt er aber mit dem halben Oberkoerper zum Fenster raus, flucht, schreit rum, und rudert mit den Armen wie ein Irrer. Na und? Als uns mit Taxifahrer Nr. 2 dasselbe passiert, halten wir mal quer ueber die Piste an und fragen, was eigentlich ihr Problem sei. "Hier faehrt man links!!", bellt er uns an. Und woher zum Teufel sollen wir das wissen? Also gehts halt links weiter... Nun sitze ich neben dem Abgrung, und auch mir wird immer mulmiger. Die Piste gleicht jetzt mehr einem schlammigen Bachbeet als einer Strasse. Teilweise ist sie nur noch knapp 3 Meter breit. Rechts rauf Dschungel und links gehts manchmal fast 300 Meter senkrecht in einen reissenden Fluss runter. Der Allrad ist schon lange drin, aber Rusty schiebt im stroemenden Regen immer mehr ueber die Vorderachse Richtung Abgrund. Zu allem Ueberfluss kommen uns noch die "vollgestoerten" Taxi-, Kleinlaster- und Lastwagenfahrer entgegen, die ihre "Heimpiste", trotz diesen Umstaenden, als Rennstrecke sehen. Und shit, wir muessen bei den winzigen Ausweichstellen immer raus zum Abgrund, um den Idioten auszuweichen. Nach dem dritten beinahe Frontalcrash, und dem Taxifahrer, der im Strassengraben im stroemenden Regen vor seinem total demolierten Taxi kniet und sich ununterbrochen bekreuzigt, muessen wir uns eingestehen, dass es einfach nur "selbstmoerderisch" ist, noch 300km auf dieser Piste unser Leben zu riskieren. Wir kehren zitternd um. Abenteuer Amazonas abgebrochen. Die gefaehrlichste Aktion unserer ganzen Ferien haben wir zum Glueck heil ueberstanden, aber so was machen wir BESTIMMT NIE WIEDER!!!! (Walter, dem wir geschrieben haben, dass wir umgekehrt sind, hat uns ein paar Tage spaeter geantwortet, dass zu dieser Zeit ein richtiger Tropensturm ueber diese Gegend gefegt sei und einige Leute ihr Leben gelassen haben.) Oh ja, auch wir haben nochmals leer geschluckt.....!

Bolivien 2. Teil

Uyuni - La Paz

Los gehts wieder einmal ueber 220km Schotter, aber das sollte nun (gem. Karte) der letzte nicht asphaltierte Abschnitt unserer Suedamerika-Reise sein. Muesst euch also mein Gejammer nicht mehr laenger anhoeren. Und nochmal gehts ein bisschen hoeher, ins auf 4070 Meter ueber Meer gelegene Potosí, der hoechstgelegenen Stadt der Welt. Die wunderschoene Stadt ist schon seit Jahren Teil des UNESCO Weltkulturerbe. Das deutsche Ehepaar, welches wir kennenlernen, laesst aber kein gutes Haar an Potosí. Schmutzig, laermig, unfreundlich... und sowieso ist ganz Suedamerika ein einziges Drecksloch. Sorry, wieso seid ihr hier? Habt ihr gedacht, es sei wie in Bayern? Irgendwie bekommen wir den Eindruck, dass unsere noerdlichen Nachbarn immer nur am noergeln sind. Dass ist uns schon bei anderen Reisebekanntschaften aufgefallen. Bin abgeschweift, sorry. Zuerueck zu Potosí. Uns hats gefallen, ist eine nette Stadt, mit unzaehligen, schoen renovierten Kirchen und einer sauberen, gemuetlichen Plaza zum Ausruhen und das kunterbunte Treiben zu beobachten. Vom Paris-Hilton-Fan bis zur Indigena in traditioneller Tracht, vom Hugo Boss eingekleideten Yuppie bis zum schmutzigen Bergbauern, mit einem riesigen Holzbuendel am Ruecken, hasten hier alle kreuz und quer durcheinander. Auf dem lokalen Markt kaufen wir uns ein Saeckchen Cocablaetter gegen die Hoehenkrankheit. (Nein, nichts illegales, keine Drogen, einfach Pflanzenblaetter! Nicht, dass ihr noch eine schlechte Meinung von uns habt.) Zuerst muss man den Stiel von dem Blatt trennen, danach das bittere Zeug mindestens 45 Minuten in der Backe "einspeicheln". Hilft gegen Hunger, Muedigkeit und die gefaehrliche Hoehenkrankheit. Ok, Hunger hast du keinen mehr, weil dir naemlich von dem Zeug speiuebel wird, aber ansonsten merkst du ueberhaupt nichts. Eh, machen wir halt Tee draus. Weiter gehts dann nach Sucre, in die weisse Stadt, wo alle ihre Haeuser schoen weiss gestrichen haben. Hier ist es so wunderschoen, man koennte meinen, man sei in einem alten spanischen Staedtchen. Lonely Planet sei dank, finden wir ein unglaublich nettes Café, hoch ueber der Stadt, wo wir einen super Ueberblick haben. Dazu noch einen Liegestuhl, Sonnenschein, leckere Spaghetti und ein kuehles Bierchen... was will man mehr. Eifersuechtig??? So solls sein! Hehehehehehe.... Am naechsten Tag, auf dem Rueckweg nach Potosí, ist dann wieder Strassenmaut faellig. Doch die Jungs kennen uns schon vom Hinweg. Sie begruessen uns laechelnd und schuetteln uns die Hand. Nichts mehr mit bescheissen. Das wird erst bei der naechsten Station faellig. Dort will der Polizist Kohle, weil er in unsere Paesse geschaut hat. "Gibts nicht", hallts aus unseren Muendern. Ein verwunderter Blick ueber unsere Dreistheit, dann werden wir mit einer abschaetzigen Handbewegung zum Teufel gejagt. Nix gezahlt. Bei der naechsten Mautstelle: Angeschrieben 10, verlangt werden 20, plus noch 10 Bolivianos "Schreibgebuehr". Etliche Minuten spaeter, selbe Handbewegung, aber gezahlt haben wir das Richtige. Naechste Mautstelle: "5 Bolivianos Transitgebuehr", fluestert mir der Polizist ins Ohr. Leider hat er das in mein "taubes" Ohr gefluestert, also fahren wir freundlich winkend einfach weiter. Er hampelt zwar noch ein bisschen vor seinem Haeuschen rum, aber bis jetzt sind wir noch nicht im Knast, also wars wohl nicht so schlimm. Die naechste Mautstelle sieht so schaebig aus, da fahren wir grad durch. Nicht, dass ihr es falsch versteht, wir haben schon an der ersten Station den vollen Betrag fuer die ganze Strecke gezahlt, aber die Zwischenstationen wollen dann auch immer noch absahnen. Und irgendwann hast du die Schnauze voll, den Beamten noch Geld zu "schenken". Da geben wir unsere Bolivianos lieber den verschmutzten Einheimischen, die um ihren Lebensunterhalt kaempfen. So wie die vielen Landarbeiter, die vollbepackt am Strassenrand sitzen und soblad sie uns sehen, wie von der Tarantel gestochen aufspringen und mit dem Arm rudernd auf die Strasse stehen. Ist lange gegangen bis wirs gemerkt haben, aber die meinen immer, wir seien eins der Sammeltaxis, die hier massenhaft rumfahren. Die sehen uns von Weitem zum Verwechseln aehnlich. Sorry liebe Bolivianos, aber fuer eine ganze Familie mit Sack und Pack, plus noch ein totes Schaf obendrauf, reicht unser Platz echt nicht. Die Einfahrt nach La Paz ist dann Horror pur. Eine Millionenstadt, gebaut auf steil abfallenden Bergflanken, unglaublich. Der Verkehr ist moerderisch. Dauergehupe, Geschreie, Fuessgaenger, Autos, Toeffli alles kreuz und quer, drunter und drueber. Der Polizist mit der Trillerpfeiffe mittendrin, traegt hoechstens was zum Laermpegel bei. Auf sein Gewinke und Getrillere hoert hier kein Mensch. Wenigstens fallen wir mit Rusty zwischen all den Minibussen nicht auf. Also "schwimmen" wir hupend und Blut schwitzend, mit dem Strom durch La Paz und gute 45 min. spaeter, schliessen sich hinter uns die Garagentore des wunderschoenen Hotel Oberland. Wir habens geschafft. Der erste Blick auf La Paz ist unglaublich. So was haben wir noch nie gesehen. Die riesige Stadt ist richtig in die umliegenden Berge reingehauen worden. Ein total surreales Bild!
Fotos siehe unter Bilder: Ordner "Bolivien 2. Teil"

22.05.2009

Salta (Argentinien) nach Uyuni (Bolivien)

Da Resli ja ein Eisenbahner ist, muss unbedingt ein Umweg von fast 200 km ueber mieseste Schotterpiste, (was wir vorher nicht wussten, sonst haetten wirs sicher nicht gemacht), entlang der Bahnlinie des Tren a las Nubes, zu einem auf 4200 Meter ueber Meer gelegenen Eisenbahnviadukt, gefahren werden. OK, der Schuss ging in die Hose, das war fuer gar nichts. Haetten uns mit einer Postkarte begnuegen sollen! Doch die Weiterfahrt ueber Purmamarca, mit seinen farbigen Felsformationen und dem traditionellen Markt, waren dann trotzdem jeden gefahrenen Kilometer wert. Hier fuehlen wir uns endlich auf einem anderen Kontinent. Ein paar Doerfchen weiter, in Humahuaca, machen wir dann 2 Tage Pause, geniessen das niedliche "Kaff" und die extrem freundliche, vorwiegend indigene, Bevoelkerung. Das leckere Lamafleisch zum Z'Nacht entfuehrt uns dann definitiv in die andere Welt, in die wir losgezogen sind, um sie zu entdecken. Tags darauf gehts ueber die Grenze nach Bolivien. Eingeschuechtert von den vielen Horrorgeschichten ueber Leute, die dir Drogen unters Auto heften, um sie dann nach der Grenze wieder an sich zu nehmen. Oder die Polizisten, die dasselbe tun, nur um dich dann zu "ueberfuehren" und gegen enorme Schmiergeldzahlungen wieder laufenzulassen, naehern wir uns vorsichtig dem Zoll. Hunderte von Leuten wuseln hier kreuz und quer herum, tragen sackweise "Dinge" von Argentinien nach Bolivien oder umgekehrt. Und keiner wird von den Zoellnern auch nur angeschaut. Hier lassen wir unseren Bus sicher nicht unbeaufsichtig stehen! Also geht Kat alleine mit unseren beiden Paessen zum Zoll, zur Ausreise. Problemlos werden beide Paesse gestempelt, obwohl ich nicht mal dabei bin, ok uns solls recht sein. Nun sind die Autopapiere dran, dass ist mein Part. Leider ist der zustaendige Zoellner "irgendwo", und wir warten gute 2 Stunden bis er endlich wieder da ist. Nur um ihm dann, im Buero, 10 Min. zuzuschauen, wie er seelenruhig SMS schreibt. Als er sich dann endlich meiner erbarmt, haendige ich ihm die Fahrzeugpapiere aus. Ohne sie auch nur anzuschauen sagt er: "Alles klar, du kannst gehen"...... und da war es wieder Mal Zeit fuer meine Atemuebungen... einatmen...pfff...ausatmen...pfff...einatmen... NICHT druchdrehen! Die bolivianischen Zoellner probierten dann schon fuer alles und jedes, irgend eine Phantasiegebuehr zu verlangen. Doch nicht mit Super-Kaethi, da wird gezetert und gefeilscht, argumentiert und gelogen was das Zeug haelt. Und zu guter letzt, lachen wir, denn wir haben gar nichts bezahlt! Ok, die Zoellner sind nicht mehr gut auf uns zu sprechen, aber was solls, ist nicht unser Problem. Bei der Mautstation ein paar Meter weiter dann dasselbe Spiel, angeschrieben 10 Bolivianos, verlangt werden 20. Also wird wieder freundlich drauf hingewiesen, dass wir zwar Touristen sind, aber trotzdem keine Gringos, denen man alles verlangen kann. Und auch hier werden wir dann zwar nicht gemocht, aber wenigstens auch nicht beschissen. Die 10 Bolivianos (ca.80 Rappen) sind super angelegtes Geld. Die Strasse ist in einem einwandfreien Zustand. Nur leider ist sie fuer den Verkehr nicht freigegeben und wir holpern fast 7 Std . nebendran auf einer Wellblechpiste. Mit Blick auf die schoene Autobahn nebendran. AAAATMEN!!! Endlich in Uyuni angekommen, parken wir direkt vor der Militaerkaserne, gehen nebenan eine unglaublich leckere Pizza essen und fallen kurze Zeit spaeter, totmuede und gut bewacht, in einen schoenen Tiefschlaf. Am naechsten Tag fahren wir zur auf die, 3660 Meter ueber Meer gelegenen, Salar de Uyuni. Sie ist mit unglaublichen 12'000 Quadratkilometer die groesste Salzwueste der Welt. Wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, man kann sichs nicht vorstellen. Weisse Flaeche, wohin das Auge reicht. Darin befinden sich wenige, kakteenbewachsene Inseln, wo sich massenhaft Vizcachas (eine Art Chinchilla), tummeln. Auf einer dieser Inseln beziehen wir dann unser Nachtlager. Zuerst noch angenehm warm, kuehlt es nach Sonnenuntergang rasch auf -5 Grad ab. Zum Glueck ist unser Bus super isoliert und so haben wir die ganze Nacht wunderschoen warm. Nur das Aufstehen und das eisige Wasser fuer die Morgentoilette, werden jedes Mal zur Tortur... doch was uns nicht umbringt, macht uns umso staerker! Wir bleiben 2 frostige Naechte auf der Salar, machen vieeele Fotos und werden von einer uralten Indigena-Frau durch ihr "Geisterdorf" (sogar mit echter Mumie, Hitchcock laesst gruessen), gefuehrt. Auf "unserer" Insel geniessen wir die TOTALE STILLE in dieser wunderbaren Gegend. Und mit totaler Stille meine ich, dass man sogar die Haare in der Wollmuetze knistern hoeren kann!

Bolivien 1. Teil

Camping Municipal Salta (zweiter Versuch)

Mal vorneweg. Ich hatte den Blog schon mal geschrieben, alles schoen abgespeichert und dann wurde das Internetcafé dunkel. Stromausfall. Alles verloren, trotz speichern. Und Katjas USB Stick mit allen Fotos.... futsch!!! Nach einigem Gefluche und einem fast Nervenzusammenbruch, stellt euch vor die Fotos sind alle verloren, haben wirs in einem anderen Internetcafé probiert und dort waren wenigstens die Fotos noch OK! Wenigstens das! Da gabs dann ein paar Freudentraenen und zur Beruhigung ein Bier. Aber es stimmt schon, auf 4060 Meter ueber Meer mag man das Bier weniger vertragen..... lalllll.
Also hier endlich der Beitrag:
Schon bei der Ankunft sehen wir von weitem einen riesigen, grauen, dreiachsigen MAN Lastwagen mit einem gigantischen Camperaufbau. Und vornedran steht noch zur Kroenung, gut angekettet, ein neues, PS starkes Squat. WOW, was fuer ein Bild. Und stellt euch vor, das Riesending gehoert Schweizern. Leider steht aber auf dem Nummernschild nicht BE, sondern ZH und ich befuerchte schon das Schlimmste. Wer wohl diese Ding durch die Gegend kutschiert? Da kommen schon die Besitzer um die Ecke und begruessen uns mit einem freundlichen Laecheln. "Sieh an, es hat Berner auf den Campingplatz verschlagen", rufen sie uns zu. Brigitte und Edy, die beiden modernen Nomaden, wie sie sich nennen, sind mit ihrem Robusto aus der Schweiz geflohen und bereisen nun auf unbestimmte Zeit die Welt. Wir verstehen uns auf Anhieb, und schon kurze Zeit spaeter, sitzen wir alle beisammen, trinken Wein und philosophieren ueber Gott und die Welt. Als mir Edy dann noch eine Super-Zigarre aus seinem Humidor anbietet, koennte der Abend schoener nicht sein! Was fuer ein Genuss. Nicht nur das, die beiden Reiseprofis verraten uns noch massenhaft Tricks und geben uns Tipps, wie wir hier am Besten ueber die Runden kommen. Ihnen beiden haben wir auch zu verdanken, dass wir das beste Fleisch seit unserer ganzen Reise gegessen haben. Neben den beiden kommen wir uns vor wie kleine Anfaenger.... doch wir sind lernfaehig.
Nach einer 5-taegigen Rundreise (Tour de Salta), kehren wir auf unseren Campingplatz zurueck. Und siehe da, es hat schweizer Verstaerkung gegeben. Fraenzi aus Thun, die mit ihrem Fahrrad seit ein paar Monaten ALLEINE Suedamerika "beradelt" (Crazy!!!) und das buendner Ehepaar Nelli und Rodolfo, die Fraenzi vor einem Monat getroffen haben und nun fuer sie einige Zeit das Begleitfahrzeug spielen. Auch bei ihnen werden wir sofort zum Z'Nacht eingeladen. Es wird gequasselt und gelacht und Katja hat in Fraenzi endlich ein "Gspaendli" gefunden, wo sie wieder mal Frauengespraeche fuehren kann. Da wir beide finden, es sei jetzt mal an uns einzuladen, organisieren wir am Sonntag Nachmittag eine grosse Fleisch- und Kaeseplatte und wir "glorreichen 7" Schweizer machen eine riesen Party. Oh yeah, da ging was! Gegessen wurde viel, getrunken noch mehr, gesungen ein bisschen und gelacht ununterbrochen. Ploetzlich ist Edy verschwunden, um uns aus dem Dunkeln mit einem ueberwaeltigenden Trompetensolo zu begluecken. Es lief mir echt kalt den Ruecken runter, als ich das gehoert habe. Wir fuehlten uns alle wie Freunde, die sich schon jahrelang kennen. So schoen koennen Ferienbekanntschaften sein! In den fruehen Morgenstunden haelts dann Katja und Fraenzi nicht mehr auf den Stuehlen, sie shaken zu Elvis Jailhouse Rock wie zwei entlaufene Rennmaeuse. Dass nicht nur die jungen Maedels tanzen koennen, beweist uns Rodolfo, er schwingt seine Gummihuefte wie John Travolta in den besten Jahren. Um seinen Auftritt besser zur Geltung zu bringen, spiele ich mit einem kleinen Scheinwerfer den Lichttechniker. "Du muesch d'Schelle vo unde aluechte", schreit mir Rodolfo Tanzbaer immer zu. Bis ich endlich checke was er meint, vergeht ein Momentchen. Ich hoffe, ihr findet es schneller raus, hehehehehe (nicht jugendfrei!) Der "alte" Gigolo tanzt mit den jungen Puppen, wie er sie nennt, dass ich mir schon fast Sorgen um die Gesundheit der zwei Blondinen machen muss. Dem verkaterten Morgen folgt dann ein naechster Partyabend und so gehts fast eine Woche weiter. Ihr koennt euch nicht vorstellen, wie schoen es ist, nach fast 4 Monaten Hochdeutsch, Franzoesisch, Englisch, Portugiesisch und vorallem Spanisch, wieder mal ds schnorre, wie eim ds Muu gwachse isch. Doch auch hier muessen wir leider die Zelte abbrechen und weiter auf Abenteuertour gehen. Die Zeit laeuft und in 2 Monaten gehts schon nach Neuseeland. Nochmals ein GROSSES Merci an die "Schweizer Truppe", es war eine unglaublich schoene Zeit. Wir werden euch NIE vergessen.

06.05.2009

Tour de Salta

Um uns an die extremen Hoehen in Bolivien zu gewoehnen, machen wir eine kleinen Trip um Salta. Los gehts bergauf bis zu einem 3000 Meter ueber Meer gelegenen Aussichtspunkt, wo wir zum ersten Mal uebernachten. Die Aussicht waere sicher sehr schoen, doch der Nebel ist so dicht, dass ich sogar Kaeteli neben mir im Bett fast nicht mehr finde... sie ist halt so eine Kleine, Niedliche. (Eh, nach 4 Monaten zusammen muss ich mich mal wieder ein bisschen einschmeicheln.) Am naechsten Morgen scheint zum Glueck die Sonne und wir koennen in das ganze Tal hinunter schauen und sehen erst jetzt, wie steil und kurvenreich die Strasse war. Die schoene Morgensonne taut auch unsere gefrorenen Scheiben wieder auf. Ja, hier oben war es ziemlich kuehl und windig. Aber wir hatten in unserem Schlafgemach wunderschoen warm... und das sogar ohne zu kuscheln. Das gibts erst ab Minus 10 Grad ;-) Das Sonnenglueck waehrt leider nur kurz und schon ziehen wieder dichte Nebelwolken auf. Also fluechten wir ueber die Passhoehe, wo wir kurze Zeit spaeter auf einem riesigen Hochplateau ein Kakteenfeld, mit tausenden der bis 12 Meter hohen Dingern, durchqueren. Wir kommen uns vor wie in einer anderen Welt. Spaeter gehts durch kleine Doerfchen, in denen die Haeuser noch aus Lehmquadern gemauert und mit Stroh gedeckt sind. Nur die Satelitenschuesseln, die man an jeder "Huette" sieht, stoeren das mystische Bild ein wenig. Dafuer ist sogar in der hintersten Ecke der Welt jeder ueber Lost, Sex and the City und wie die Serien alle heissen, im Bilde. Auch das ist irgendwie weltverbindend, muessen wir feststellen. Weiter gehts dann zu einer abgelegenen Lagune hoch in den Bergen. Es geht so steil rauf und runter, ueber Baeche und Felsplateaus, dass ich vom Allrad schon fast in den Bergziegengang schalten muss. Die lange und holprige Fahrt wird dann mit einer wunderschoenen Lagune, auf fast 3.200 Meter ueber Meer, belohnt. Da es hier, nach Auskunft der Einheimischen, keine giftigen Viecher gibt, gehen wir bedenkenlos mit den Flipflops durch die Gebuesche und ueber die steilen Felswaende wandern. Die Hoehe spuert man schon und deshalb halten wir uns auch an den Spruch der Leute hier. "Geh langsam, iss was leichtes..... und schlaf alleine!!!" Als es schon ziemlich dunkel war, sitzen wir immer noch gemuetlich draussen und plaudern. Ploetzlich schrecken alle Voegel in den Gebueschen um uns herum auf und flattern wie wild davon. Komisch, was hat die aufgeschreckt? Mit unseren Taschenlampen laeuchten wir die Buesche ab. Da blitzt uns ein Augenpaar entgegen, weiter drueben ein zweites, auf der anderen Seite ein drittes. Shit, BERGPUMAS, schiesst es uns durch den Kopf. Wir mit einem gewaltigen Hechtsprung rein ins Auto und Tuere zugeknallt. Vom sicheren Kaefig aus, checken wir nochmals die Lage draussen ab. Eh, ihr habts ja sicher schon geahnt, die vermeintlichen Bergpumas sind in Wirklichkeit kleine Fuechsli, die etwa halb so gross sind wie die in der Schweiz. Wir zaehlen aber fast 10 Stueck, die um unser Auto herum schleichen. Man weiss nie, auch kleine Klaeffer koennen gefaehrlich sein, deshalb stellen wir uns bei der abendlichen Koerperpflege abwechslungsweise als Wachposten auf, um bewaffnet mit einem langen Bambusstock und einer Taschenlampe dem anderen den Ruecken freizuhalten. Vorsicht ist besser als Nachsicht, heissts doch so schoen. Nach einer erholsamen Nacht gehts dann weiter durch die wunderschoenen, in allen Farben schimmernden Bergen nach Cafayate, wo wir eine Weinkellerei besichtigten. Leider sehen wir wohl nicht so solvent aus, deshalb gabs nur den billigsten Wein zur Degustation. Eh, was solls, wir sind ja sowieso Biertrinker... und die 5.- die man hier fuer einen erstklassigen Wein zahlt, lassen wir halt in einem anderen Geschaeft liegen. "Waer nid wot het gha!!!" Als wir nach unserem Kurztrip wieder in Salta auf dem Campingplatz ankommen, hats schweizer Verstaerkung gegeben. Fraenzi aus Thun, Rodolfo und seine Frau Nelli aus dem Graubuenden sind zu Edy und Brigitte gestossen. Was wir dann alles zusammen "verbrochen" haben, folgt in einem naechsten Blog... Wehe wenn sie losgelassen... !!!

Salta und Umgebung