Da Resli ja ein Eisenbahner ist, muss unbedingt ein Umweg von fast 200 km ueber mieseste Schotterpiste, (was wir vorher nicht wussten, sonst haetten wirs sicher nicht gemacht), entlang der Bahnlinie des Tren a las Nubes, zu einem auf 4200 Meter ueber Meer gelegenen Eisenbahnviadukt, gefahren werden. OK, der Schuss ging in die Hose, das war fuer gar nichts. Haetten uns mit einer Postkarte begnuegen sollen! Doch die Weiterfahrt ueber Purmamarca, mit seinen farbigen Felsformationen und dem traditionellen Markt, waren dann trotzdem jeden gefahrenen Kilometer wert. Hier fuehlen wir uns endlich auf einem anderen Kontinent. Ein paar Doerfchen weiter, in Humahuaca, machen wir dann 2 Tage Pause, geniessen das niedliche "Kaff" und die extrem freundliche, vorwiegend indigene, Bevoelkerung. Das leckere Lamafleisch zum Z'Nacht entfuehrt uns dann definitiv in die andere Welt, in die wir losgezogen sind, um sie zu entdecken. Tags darauf gehts ueber die Grenze nach Bolivien. Eingeschuechtert von den vielen Horrorgeschichten ueber Leute, die dir Drogen unters Auto heften, um sie dann nach der Grenze wieder an sich zu nehmen. Oder die Polizisten, die dasselbe tun, nur um dich dann zu "ueberfuehren" und gegen enorme Schmiergeldzahlungen wieder laufenzulassen, naehern wir uns vorsichtig dem Zoll. Hunderte von Leuten wuseln hier kreuz und quer herum, tragen sackweise "Dinge" von Argentinien nach Bolivien oder umgekehrt. Und keiner wird von den Zoellnern auch nur angeschaut. Hier lassen wir unseren Bus sicher nicht unbeaufsichtig stehen! Also geht Kat alleine mit unseren beiden Paessen zum Zoll, zur Ausreise. Problemlos werden beide Paesse gestempelt, obwohl ich nicht mal dabei bin, ok uns solls recht sein. Nun sind die Autopapiere dran, dass ist mein Part. Leider ist der zustaendige Zoellner "irgendwo", und wir warten gute 2 Stunden bis er endlich wieder da ist. Nur um ihm dann, im Buero, 10 Min. zuzuschauen, wie er seelenruhig SMS schreibt. Als er sich dann endlich meiner erbarmt, haendige ich ihm die Fahrzeugpapiere aus. Ohne sie auch nur anzuschauen sagt er: "Alles klar, du kannst gehen"...... und da war es wieder Mal Zeit fuer meine Atemuebungen... einatmen...pfff...ausatmen...pfff...einatmen... NICHT druchdrehen! Die bolivianischen Zoellner probierten dann schon fuer alles und jedes, irgend eine Phantasiegebuehr zu verlangen. Doch nicht mit Super-Kaethi, da wird gezetert und gefeilscht, argumentiert und gelogen was das Zeug haelt. Und zu guter letzt, lachen wir, denn wir haben gar nichts bezahlt! Ok, die Zoellner sind nicht mehr gut auf uns zu sprechen, aber was solls, ist nicht unser Problem. Bei der Mautstation ein paar Meter weiter dann dasselbe Spiel, angeschrieben 10 Bolivianos, verlangt werden 20. Also wird wieder freundlich drauf hingewiesen, dass wir zwar Touristen sind, aber trotzdem keine Gringos, denen man alles verlangen kann. Und auch hier werden wir dann zwar nicht gemocht, aber wenigstens auch nicht beschissen. Die 10 Bolivianos (ca.80 Rappen) sind super angelegtes Geld. Die Strasse ist in einem einwandfreien Zustand. Nur leider ist sie fuer den Verkehr nicht freigegeben und wir holpern fast 7 Std . nebendran auf einer Wellblechpiste. Mit Blick auf die schoene Autobahn nebendran. AAAATMEN!!! Endlich in Uyuni angekommen, parken wir direkt vor der Militaerkaserne, gehen nebenan eine unglaublich leckere Pizza essen und fallen kurze Zeit spaeter, totmuede und gut bewacht, in einen schoenen Tiefschlaf. Am naechsten Tag fahren wir zur auf die, 3660 Meter ueber Meer gelegenen, Salar de Uyuni. Sie ist mit unglaublichen 12'000 Quadratkilometer die groesste Salzwueste der Welt. Wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, man kann sichs nicht vorstellen. Weisse Flaeche, wohin das Auge reicht. Darin befinden sich wenige, kakteenbewachsene Inseln, wo sich massenhaft Vizcachas (eine Art Chinchilla), tummeln. Auf einer dieser Inseln beziehen wir dann unser Nachtlager. Zuerst noch angenehm warm, kuehlt es nach Sonnenuntergang rasch auf -5 Grad ab. Zum Glueck ist unser Bus super isoliert und so haben wir die ganze Nacht wunderschoen warm. Nur das Aufstehen und das eisige Wasser fuer die Morgentoilette, werden jedes Mal zur Tortur... doch was uns nicht umbringt, macht uns umso staerker! Wir bleiben 2 frostige Naechte auf der Salar, machen vieeele Fotos und werden von einer uralten Indigena-Frau durch ihr "Geisterdorf" (sogar mit echter Mumie, Hitchcock laesst gruessen), gefuehrt. Auf "unserer" Insel geniessen wir die TOTALE STILLE in dieser wunderbaren Gegend. Und mit totaler Stille meine ich, dass man sogar die Haare in der Wollmuetze knistern hoeren kann!