Ein 8-stuendige Zugfahrt, bringt uns problemlos, von Singapur in die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur. Im Vergleich zu Singapur, ist hier alles ein bisschen dreckiger, kleiner und einfacher. Ein Tag Stadtrundfahrt, ein kurzer Abstecher zu den Petronas Twin Towers, schon hast du die Stadt gesehen. Die Batu-Caves, ca. 13 km ausserhalb der Stadt, lassen wir uns aber nicht entgehen. Hier steht die mit 43 Metern, hoechste Murga-Statue der Welt. Wenn man 272 Stufen den Berg rauf klettert, kommt man in zwei riesige Hoehlen, wo weitere hinduistische Gottheiten und Tempel stehen. Eine sehr mystische Angelegenheit. Danach gehts fuer uns aber schon weiter, fertig mit Grossstaedten, die wir eigentlich gar nicht gern haben. Die sonst so zuverlaessige malaysische Bahn, bringt uns mit einer Stunde Verspaetung, Richtung Taman Negara Nationalpark, mit 4343 km2, einem der letzten, grossen Primaerregenwaelder Erde. Unser Anschlusszug, Dschungelzug genannt, ist natuerlich schon lange weg, dafuer steht eine alte, verrottete Zugskomposition voller ungeduldig wartender Einheimischer, fuer uns bereit. Ticket kaufen liegt nicht mehr drin. Der Bahnhofvorstand scheucht uns quer ueber alle 4 Gleise in den wartenden Zug. “Tickets koennt ihr auch drin loesen”, schreit er uns noch nach. Mit letzter Kraft ziehen wir uns in den schon anfahrenden Schrotthaufen, ueber und vorbei an all den kreuz und quer sitzenden und stehenden Einheimischen, und das alles vollbeladen mit 2 riesigen Rucksaecken. Im Speisewagen ist zum Glueck noch ein Tisch frei, also nichts wie hin. Erst jetzt faellt uns auf, dass es hier drin mindestens 40 Grad ist, desshalb sind wohl so wenig Leute um uns rum. Der Schweiss laeuft uns in Stroemen den Koerper runter. Nach 10 Minuten sieht man gar keine Schweissflecken mehr, das Hemd ist einfach nur NASS. In unserer Not, reissen wir die Deckblaetter unserer Buecher raus und versuchen uns damit ein bisschen Luft zuzufaecheln. Die Einheimischen um uns beaeugen laechelnd das Spektakel, waehrend sie gemuetlich beisammen sitzen, heissen Kaffee trinken und scharfen Reis essen. Sauber gekleidet in langen Hosen und Jeansjacken. Der Gedanke, dass wir kein Ticket haben, laesst bei Kat den Schweiss noch mehr fliessen, mich laesst das aber eher kalt. Der Vorstand hat ja gesagt, einfach einsteigen. "Fahrkartenkontrolle", toent es dann schon bald. "Wir haben kein Ticket, der Typ vom Bahnhof hat ge..." "Ist mir scheissegal was der gesagt hat", faellt mir der grimmige Kondukteur ins Wort. "Wer kein Ticket hat, muss Busse zahlen". "Aber wir..." "Keine Ausrede, fertig Schluss." Der finster dreinschauende Typ nimmt Papier um Papier raus, rechnet zusammen, schlaegt nach, addiert wieder, hantiert mit seinem Natel. Shit, landen wir jetzt im Knast oder was? Nach einer gefuehlten, halben Ewigkeit, hiess es dann: "Hier die Tickets, 7.- CHF, und hier noch die Busse, -.90 Rappen.” Wir muessen uns ein Lachen verkneiffen und zahlen mit gespieltem Widerwillen die Busse. Na, da sind wir noch mal mit nem blauen Auge davon gekommen. P.S. Wir hatten wirklich Glueck. Die Busse, z.B., fuer einen nicht gezahlten Nationalpark-Eintritt, belaeuft sich auf ca. 3500.- CHF oder 3 Jahre Knast!